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Der Winter steht vor der Tür und damit auch wieder der verminderte Lichteinfall. Der inneren Uhr zufolge hat das auch Auswirkungen auf unseren Biorhythmus. Er gerät aus dem Takt, wir werden antriebsloser und müder. Wie aber funktioniert unsere innere Uhr und kann man sie austricksen?

 

Gesteuert von reinem reiskorngroßen Zentrum
Forscher haben herausgefunden, dass in jedem unserer Organe die darin enthaltenen Gene im Takt der Tage mitschwingen. Jedes nach einer ganz individuellen Uhr, auch bekannt als „zirkadianer Rhythmus“. Zirkadian ist lateinisch und steht für „rund um die Uhr“. Die Chronometer in unserem Körper laufen 24 Stunden miteinander synchron. Gesteuert wird das gewaltige Uhrwerk dabei von einem nur reiskorngroßen Zentrum: dem „suprachiasmatischen Nucleus“, kurz SCN. Finden kann man es etwa auf der Höhe der Nasenwurzel, hinter den Augen, über der x-förmigen Kreuzung der Sehnerven.

 

Wie funktioniert das SCN?
Von der kleinen, aber mächtigen Zeitschaltzentrale aus führen Nervenstränge zur Zirbeldrüse. Hier wird das Schlafhormon „Melatonin“ gebildet und der Schlafrhythmus dirigiert. Damit beginnt der vielfältige Biorhythmus des Körpers:

 

6 Uhr Das SCN senkt den Melatoninspiegel im Blut.
7 Uhr Unser Körper wird mit aktivierenden Hormonen überschwemmt, die uns aufstehen lassen.
12 Uhr Gegen Mittag ist die Konzentration an roten Blutkörperchen am höchsten und der Körper optimal mit Sauerstoff versorgt.
14 Uhr Am Nachmittag sind die Reflexe schneller als sonst.
16 Uhr Körpertemperatur, Blutdruck und Puls erreichen ihren Höchststand.
18 Uhr Der Körper beginnt mit der Regeneration, so ist zu dieser Zeit auch der Harnfluss am stärksten.
21 Uhr Zwei Stunden bevor wir einschlafen, gibt der SCN der Zirbeldrüse den Befehl, den Melatoninspiegel wieder anzuheben, damit wir gut schlafen können.

 

Kann man den Biorythmus ausschalten?
Es ist praktisch unmöglich, sich von der inneren Uhr abzukoppeln. Wer es dennoch macht – bspw. aufgrund von Schichtarbeit – wird in der Regel häufiger krank und ist psychisch weniger belastbar. Besser ist es, mit dem eigenen Biorhythmus zu arbeiten und auch mit der Ernährung unterstützend zu wirken. So enthalten Walnüsse wichtige Omega-3-Fettsäuren, oder Avocados Kalium und Lecithin. Beides ist Brain Food und wichtig für ein gutes Energielevel. Walnüsse können vor dem Schlafengehen helfen, den Biorhythmus wieder herzustellen und die Schlafqualität zu verbessern.

 

Auswirkungen auf den Darm
Auch unser Darm liebt es, wenn man nach dem Biorhythmus lebt. Für einen guten Start in den Tag empfiehlt sich zum Beispiel ein Glas lauwarmes Wasser auf nüchternen Magen. Das regt das Verdauungsorgan an. In der Mittagspause sind 15 Minuten Bewegung gut für die Darmtätigkeit und zum Abendessen sollte es leichte Kost geben, da sich dann bereits unsere Stoffwechselprozesse verlangsamen. Das bringt auch unsere Energie wieder auf ein gutes Level.

 

Unser Organismus leidet im Winter
Während des Tages sind Sonnen- und Tageslicht wichtig für die Bildung des „Wachhormons“ Serotonin. Es dient als Ausgangssubstanz für das nächtliche Melatonin und wird im Körper, mithilfe von Vitamin B6 und Magnesium, gebildet. Da die Lichtzufuhr in der kalten Jahreszeit abnimmt, reduziert sich auch die Produktion des Hormons Melatonin. Dadurch sind wir nicht mehr so leistungsfähig und werden anfälliger für Infekte sowie Stimmungsschwankungen.

 

Pflanzliche Hilfe
Präparate aus der Apotheke können unterstützend wirken. So fördert die Aminosäure Arginin den Blutfluss, denn so wird mehr Sauerstoff durch den Körper gebracht und man wird agiler. Als Mittel der Wahl gilt auch das Johanniskraut, die Heilpflanze wirkt wie ein leichtes Antidepressivum. Langfristig eingenommen, trägt sie zur seelischen Ausgeglichenheit bei und führt zu mehr Kraft und Agilität. Auch Zink unterstützt das Immunsystem und die korrekte Arbeitsweise des Körpers.

 

// Quelle: Gesund am Reumannplatz – Herbst 2021

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