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Hagebutten: als Tee wohlschmeckend und vitaminreich

Mehr als 200 wildwachsende Rosenarten existieren in den nördlich gemäßigten Zonen, sie bilden einen Strauch der mehrere Meter hoch werden kann, haben unpaarig gefiederte Blätter, die am Grunde beiderseits geflügelt sind. Stämmchen und Äste sind mit derben Stacheln besetzt. Die Blüten sind hellrosa, ungefüllt und duftlos. Aus der fleischigen Blütenachse entwickeln sich die Scheinfrüchte, die in reifem Zustand leuchtend rot aussehen und im Inneren zahlreiche steinharte Schließfrüchte (Nüsschen) enthalten; sie werden fälschlich Samen genannt. Alle Rosenarten (Rosa) bilden „Hagebutten“, die übrigens auch im bekannten Volkslied „Ein Männlein steht im Walde“ besungen werden.

Tipp: Hagebutten sammeln, aufschneiden und zur Marmelade weiter verarbeiten oder für den Tee zerkleinern und gut trocknen lassen. Hagebutten, die nach dem ersten Frost geerntet werden, schmecken süßer. Heute finden Hagebutten wegen ihres säuerlichen Geschmacks vor allem Verwendung in Frühstückstees.

Verwendeter Pflanzenteil

Die getrockneten Scheinfrüchte mit und ohne Nüsschen („Hagebuttenkerne“, „Samen“).  In der Apotheke Fructus Cynosbati bezeichnet. Die „Fructus Cynosbati“ genannte Hagebutte ist aber nicht die Frucht, „Semen Cynosbati“ nicht der Samen, sondern die eigentliche Frucht der Hundsrose, welche den einzigen Samen beherbergt. Die feinen Härchen an den „Kernen“ in der Hagebutte sind mit Widerhaken bestückt und rufen bei Hautkontakt Juckreiz hervor. Vor allem Kinder nutzen dies gelegentlich zum Herstellen von Juckpulver.

Für die in der Volksmedizin genutzte milde laxierende und diuretische Wirkung werden der Pektingehalt und der Fruchtsäuregehalt verantwortlich gemacht.

Auch folgenden Heilkräutertee zur Vorbeugung und Grippeabwehr kann man sich in der Apotheke mischen lassen (kann in Erkältungszeiten zum Haustee erhoben werden):

  • Lindenblüten 10,0
  • Melissenblätter 10,0
  • Hagebuttenfrüchte 10,0
  • Erdbeerblätter 5,0
  • Brombeerblätter 5,0
  • Holunderblüten 5,0
  • Hibiscusblüten 5,0
  • Fechelfrüchte 5,0

 

Zubereitung und Anwendung

Man übergießt 2 Teelöffel voll der ausgewählten Teemischung mit 1/4 Liter siedendem Wasser, zieht in bedecktem Gefäß 10 Min. lang aus und trinkt 2 bis 3 mal täglich eine Tasse Tee, langsam und schluckweise. Süßen mit Honig (Ausnahme Diabetiker!) ist empfehlenswert. – Den Tee zur Vorbeugung kann man auch mit Zitronensaft versetzen.

 

Quelle: Österreichische Apothekerkammer